Radfahren...!

Der Nordost-Passat und ich -
  Radfahren auf Lanzarote

(111 km)

Ein ausführlicher Fahrrad-Tourenbericht über eine Mountainbike-Radtour auf der Kanarischen Insel Lanzarote im Januar 2016
  mit 47 Bildern




Lanzarote, Strasse im Nationpark

Die spektakuläre Straße durch den "Nationalpark Timanfaya" auf Lanzarote führt direkt an den Hängen der vor knapp 300 Jahren ausgebrochenen Vulkane entlang.

 

Playa Blanca (Lanzarote), Montag 25.1.2016, 9:33 Uhr

 

PLAYA BLANCA - SCHÖNER ORT, MÄSSIG ZUM RADELN

Das erste Mal auf einer Insel des Kanarischen Archipels, das erste Mal auf der Insel Lanzarote. Im Januar - bei traumhaftem, sommerlichem Wetter!

Der Empfehlung einer guten Freundin, die vor mehreren Jahren schon viele und ausgiebige Aufenthalte auf dieser Insel hinter sich gebracht hat, folgend, habe ich mich die insgesamt 14tägige Reise in einem der Touristenorte eingemietet: In Playa Blanca. Ganz im Süden der Insel. Ein wirklich angenehmer, netter Urlaubsort! Ohne allzu viel Touristen-Rummel ist es dort also nicht allzu touristisch, es gibt noch einen kleinen, alten Stadtkern - ursprünglich war Playa Blanca ein Fischerdorf. Mittlerweile hat sich der Ort fast über die gesamte Südküste von Lanzarote ausgebreitet. Für meine Reise habe ich ein Pauschalangebot genutzt, freitags bekomme ich das Okay meiner Ärzte für eine Reise, am Freitag danach sitze ich dann frühmorgens im Flieger, habe zwar eigentlich gar keinen Ahnung und keine Vorstellung von Lanzarote. Immerhin habe ich es noch geschafft, mir einen allgemeinen Reise- und einen speziellen Wanderführer zu kaufen.

Meine Freundin hatte bei der Empfehlung für diesen Ort unter anderem an die bekannten Papagayo-Strände gedacht, die am Stadtrand beginnen. Und die sind in der Tat grandios! Was bei der Empfehlung für den Ort Playa Blanca nicht so Betracht gezogen worden ist, ist jedoch meine Fahrrad-Leidenschaft. Und so angenehm ist den Ort Playa Blanca insgesamt finde, als Stand- und Startort für Radtouren ist er... nun ja: suboptimal, wie man heute so schön sagt. Und damit eigentlich meint: Eigentlich nicht gut. Oder, um es anders zu sagen: Es gibt ganz sicher Standorte auf Lanzarote, die wesentlich besser geeignet sind, um die Insel per Rad zu erkunden. Denn vom Süden der Insel aus sind ziemlich lange Strecken zu bewältigen, wenn man denn die ganze Insel kennenlernen möchte.

Nachdem ich die ersten beiden Tage auf der Insel mit ausgiebigen Wanderungen in der Umgebung von Playa Blanca unternommen habe, steht für mich fest: Ich brauche hier ein Fahrrad - unbedingt! Die Insel hat schnell begonnen, mich zu faszinieren - und bei nichts kann ich meine Umgebung so vielseitig und umfassend und doch intensiv aufsaugen, wie beim Radfahren. Am nächsten Morgen stehe ich also in einer von mehreren Fahrradvermietungen in Playa Blanca. Schon seit Jahren ist mit bekannt, dass Lanzarote bei Rennradfahrern immer beliebter wird, auch wegen des richtig gut ausgebauten Straßennetzes. Dies sogar auch als Trainingsrevier für Radprofis. Immerhin bietet die hügelige Landschaft von Lanzarote auch zahlreiche Steigungen, wenn auch eher wenige steile Berganstiege. Ein tolles Terrain für Rennradler - kein Zweifel!

Und auch wenn ich gerne auf einem Rennrad sitze - meine Idee für Lanzarote ist es nicht, meine Rennradfähigkeiten zu trainieren. Ich will auf dieser schroffen, kargen Insel etwas anderes: Ich will auch mal dort entlang fahren, wo es nur einen Trampelpfad gibt. Also miete ich mir ein Mountainbike. Zwar will ich nicht gerade auf die Berge radeln, aber es soll eben ein robustes Rad sein. Erfahren bin ich mit Mountainbikes nicht, also werde ich keine wilden Experimente machen. Und es ist auf Lanzarote kein Problem, ein solches Rad zu mieten. Gleich für zehn Tage hole ich mir ein Mountainbike, das mit ein paar Handgriffen noch auf meine Körpergröße angepasst wird. Auch der eigentliche Tages-Mietpreis von Euro 15 pro Tag vermindert sich bei einer solch lange Miete etwas. Ruckzuck ist mein GPS-Karten-Gerät installiert, und prompt geht es los - rein ins Vergnügen.

Ja - ins Vergnügen! Und das, wo ich vor meiner Reise von einer Hamburger Arbeitskollegin eindringlich vor dem Radfahren auf Lanzarote gewarnt worden: Die Autofahrer auf Lanzarote seien extrem rücksichtslos, brutal fast, sehr gefährlich das Ganze! Das mit dem Radfahren solle ich mal besser lassen!

Um es vorweg zu nehmen: Diese Aussage ist völliger Blödsinn, absoluter Quatsch! Grober Unfug! Kaum irgendwo bin ich mal längere Strecken so ungefährdet auf dem Rad unterwegs gewesen, wie auf Lanzarote. Oder, um es mal so zu sagen: Auf jeder einzelnen meiner 11 km langen Fahrten zur Arbeit innerhalb Hamburgs erlebe ich deutlich mehr gefährliche Situationen, als auf den insgesamt rund 600 km Gesamtstrecke auf Lanzarote zusammengenommen. Wobei es auf Lanzarote doch zwei oder drei Momente bei Überholmanövern und einem Abbiegen gibt, wo bei mir erhöhte Aufmerksamkeit gefragt ist. Insgesamt jedoch sind die Autofahrer sehr entspannt auf Lanzarote - vielleicht sind es ja alles mittlerweile tiefenentspannte Langzeit-Winterurlauber? Jedenfalls hat meine Kollegin wahrscheinlich eigentlich selber gar keine Ahnung vom Radfahren, weder in Hamburg, noch auf Lanzarote... Also, lassen Sie sich nicht abschrecken: Man kann auf Lanzarote gut, sicher und entspannt Fahrradfahren!

Also entwickelt sich in den Folgetagen schon ein richtiges Ritual, mit folgendem Ablauf: Ziemlich zeitig raus aus den Federn, kurz nach Eröffnung zum Frühstück rüber ins Restaurant meiner Bungalowanlage - dort ergattere ich mir dann immer problemlos draußen auf der Terrasse einen schönen, sonnigen Platz fürs Frühstück (welch ein Luxus - es ist Januar!). Unglaublich schön der Blick hinüber zur Insel Fuerteventura. Jeden Morgen und jeden Abend erscheint sie mir zum Greifen nah. Das ist nun wieder ein Vorteil der Standortwahl ganz im Süden der Insel.

Und zwischen neun und zehn Uhr geht's dann los aufs Rad. Fast immer bei prallem Sonnenschein - Sonnencreme im Januar ist gefragt. Dann gebe ich meistens offenbar ein auffälliges, vielleicht sogar merkwürdiges Bild ab - was ich an neugierigen, abschätzigen Blicken von vielen mir entgegen kommenden Radlern bemerke. Diese sind meist elegant auf dem Rennrad unterwegs. Ich sehe im Vergleich zu diesen eleganten Gestalten meist eher grobschlächtig aus: Ausgestattet mit klobigen Wanderstiefeln und einem gut mit Wasser und Proviant gefüllten Rucksack radele ich vor mich hin. Keine Spur von sportlichem Radeln. Ziemlich schnell habe ich nämlich eine großartige Kombi für Lanzarote entdeckt: Einige Zeit Radfahren, ein paar Stunden wandern, und dann wieder die eine oder andere Stunde zurück radeln. Auf Lanzarote ist das eine für mich absolut perfekte Kombination!

An einer meiner Tagestouren stelle ich dies hier ausführlich dar. Vieles davon ist ein typischer Ablauf. Die Fotos stammen teilweise von Touren an verschiedenen Tagen, drum gibt's dort mal ein paar Wolken, mal nicht - allerdings sind alle Fotos exakt von den Orten der beschriebenen Strecke.

 

MIT DEM RAD VON PLAYA BLANCA ZUM FAMARA-KLIFF UND ZURÜCK - MIT EINER EINGESCHOBENEN WANDERUNG IM VULKANGEBIET BEI MANCHA BLANCA

 

Start auf die Radtour: Von Playa Blanca durch "El Rubicon"

Nach dem üppigen Frühstück geht es bei der Bungalow-Anlage, in der meine Unterkunft liegt, los. Noch einmal versichere ich mich, nichts vergessen zu haben. So, wie vorgestern - da fiel mir nach 20 Minuten Wegstrecke auf, dass ich meine Kamera vergessen habe. Und bin tatsächlich zurück zur Unterkunft geradelt, um die Kamera noch zu holen - denn ohne Kamera will ich hier, in dieser bizarren, wundersamen Welt, nicht unterwegs sein... Aber heute ist alles okay. Viel Wasser, etwas Verpflegung, Sonnencreme, Kartenmaterial, Kamera, Geldbörse - mehr braucht man nicht für einen guten Tag auf Lanzarote. Helm und Brille auf - los geht's.

 

 

 

Was jetzt kommt, kenne ich schon von ein paar Touren der vergangenen Tage. Aber viele andere Möglichkeiten bietet mein Standort im äußersten Süden von Lanzarote einfach nicht, wenn ich die Insel erkunden will: Ich muss nach Norden fahren. Erstmal jedoch geht's einen guten Kilometer innerhalb des Ortes Playa Blanca nach Osten - auf einem großzügig ausgebauten, ziemlich neuen und guten Radweg.

Nach einiger Zeit gelange ich auf den großen, zweispurigen Kreisverkehr am Ortseingang von Playa Blanca. Und nun gilt es aufzupassen, um die richtige Ausfahrt zu erwischen. Die erste in Richtung Norden führt auf die große, viel befahrene Schnellstraße LZ2, die direkt folgende Ausfahrt auf die in 50 bis 100 m Entfernung exakt parallel laufende, alte, aber bestens asphaltierte Landstraße LZ701. In diese biege ich ein. Dort ist relativ wenig Verkehr und man fährt umsichtig, zuweilen gemütlich. Die Schnellstraße nebenan ist zwar auch zweispurig, aber wesentlich stärker und flotter befahren. Es gibt auf der Schnellstraße allerdings einen deutlich breiteren Seitenstreifen, als auf meiner Straße. Hin und wieder sehe ich dort einzelne Radler - aber ich beneide sie nicht um den breiten Seitenstreifen, bei dem vielen Verkehr dort.

Was nach dem Abbiegen auf diese Landstraße folgt, kenne ich mittlerweile schon fast aus dem Effeff. Vier Dinge charakterisieren dies:

* Ich kann hier in Ruhe radeln - habe aber erstmal rund weitere dreizehn Kilometer bis zur Ortschaft Yaiza zurückzulegen. Dabei komme ich nach etwa acht Kilometern Strecke zu einer gemächlichen, aber doch spürbaren Steigung auf erstmal rund 170 m Höhe über NN (gestartet bin ich ja etwas über dem Meeresspiegel).

* An jedem, aber wirklich jedem!!, Tag bemerke ich direkt nach dem Abbiegen vom Kreisel den zwar angenehm warmen, jedoch spürbar kräftigen Wind des Nord-Ost-Passats. Er weht absolut zuverlässig an jedem Morgen. Sobald nach einigen Kilometern die Steigung der Strecke beginnt, knickt die Straße direkt nach Nordosten ab. Das heißt, dass ich diesen Wind dann direkt von vorne habe, zusätzlich zu den etwa drei bis fünf Steigungsprozenten. Im Laufe des Tages schläft der Wind dann manchmal ein, zweimal dreht er sogar zum Abend hin. Aber hin und wieder schiebt er mich auch ein wenig "nach Hause", also zu meinem Hotel.

Lanzarote, El Rubicon

Auf der alten, aber bestens ausgebauten Landstraße geht es von Playa Blanca aus rund zehn Kilometer durch diese Einöde "El Rubicon" nach Norden. Die breiter ausgebaute Schnellstraße rechts im Bild ist eigentlich (fast) nie so leer, wie hier. Was man auf dem Foto nicht sehen kann: Jeden Tag kommt der frische Nordost-Passat direkt von vorne.

 

 

 

* Die Umgebung, durch die ich hier radele, ist für mich fast unfassbar karg. Es gibt ein wenig grünes Gestrüpp, aber insgesamt wirkt die Umgebung um mich herum eher wüstenhaft. Karg, öd und leer ist es - und das kilometerlang, in jede Himmelrichtung. Ganz vereinzelt gibt es paar Häuser, wohl Gehöfte. Die Ebene, "El Rubicon", wirkt beinahe endlos. In einigen Kilometern Entfernung ist zur rechten Hand eine kleine Bergkette mit bis zu 600 m hohen Bergen: Die "Los Ajaches" - die ältesten Berge auf Lanzarote. Weit vor mir, fast am Horizont, eine unüberschaubare Anzahl an Vulkankegeln. Für mich ein magischer Anblick! Auch die Ebene El Rubicon ist für mich eine derart fremdartige Umgebung, dass es mich schon sehr fasziniert, hier hindurch zu radeln - zunächst. Das ändert sich jedoch nach und nach. Jetzt fahre ich hier schon den fünften Morgen entlang und muss zugeben: Meine Faszination lässt nach... Mit der Zeit werde ich fast genervt davon, andauernd in dieser Einöde gegen den Wind anzukämpfen. Ja, auch das eine Folge der Standortwahl ganz im Süden der Insel Lanzarote.

 

 

 

* Und letztendlich weiß ich zu allem Überfluss auch noch, dass ich hier auf der Strecke auch noch ständig überholt werde. Von Autos, klar. Zuweilen auch von merkwürdig auf meine Ausstattung (Wanderstiefel auf dem Rad!) glotzenden Rennradfahrern. Meist jedoch - und das nötigt mir ein solches Maß an Bewunderung ab, dass ich mich selber geradezu jämmerlich fühle auf meinem Mountainbike - von Handbikern. Tag für Tag flitzen diese zwar gehandicapten, aber extrem fitten Sportler rasant an mir vorbei, erreichen mit ihrer Armkraft deutlich höhere Geschwindigkeiten, als ich mit meinen Beinen! Ich staune jeden Tag wieder, wie häufig ich Handbiker auf Lanzarote sehe. In Deutschland habe ich diese bisher überhaupt nur im Rahmen von Veranstaltungen gesehen - es hat sicherlich seinen Grund, warum man sich in Deutschland nicht mit diesen flachen Fahrzeugen auf öffentliche Straßen traut. Auf Lanzarote gehören diese absoluten Leistungssportler zum üblichen Straßenbild. Vielleicht liegt das gerade jetzt daran, dass Anfang Februar immer ein bekanntes Handbiker-Rennen auf Lanzarote stattfindet, die "Vuelta Playa Blanca"? Jedenfalls drücke ich meiner Bewunderung für diese Sportler immer durch ein winkendes "Daumen hoch" aus, wenn mir Handbiker entgegen kommen...

Lanzarote, Salinas de Janubio

Blick über die riesigen "Salinas de Janubio" direkt neben der Straße - eine Anlage zur natürlichen Gewinnung von Meersalz.

 

 

 

Irgendwann nach ca. neun Kilometern habe ich diese immer wiederkehrende, eintönige Strecke auf der Tour für heute einigermaßen überstanden, dann habe ich die Gelegenheit, meinen Blick über die "Salinas de Janubio" schweifen zu lassen. Eine riesige Anlage zur Salzgewinnung aus Meerwasser, nach traditioneller Art und immer noch in Betrieb. Achtung: Unbedingt einen Stopp und eine ausführliche Besichtigung wert! Aber wenn man das fünfte Mal hier entlang kommt und heute noch deutlich weiter will, dann radelt man doch einfach an der Anlage direkt neben der Straße vorbei. Und das, wo doch der davor liegende schwarze Strand mit der Zeit zu meinem Lieblingsstrand auf Lanzarote wird. Nein - baden kann man dort nicht, dafür ist die Brandung viel zu stark, manchmal fast wild. Und gerade diese Wildheit gefällt mir! Und mein Mountainbike macht sich hier nützlich: Den etwa ein Kilometer langen, hoppeligen Feldweg hinab zu dem riesigen, schwarzen Strand traut sich kaum ein Autofahrer runter. Wenige Leute verlieren sich hier, um die Wucht des Meeres aus der Nähe zu genießen. Und wenn man ein wenig in dem groben schwarzen Kiesel herumwühlt, findet man garantiert den einen oder anderen Brocken mit Olivin-Einlagerungen - direkte Grüße von den Vulkaneruptionen vergangener Zeiten. An diesem Strand verbringe ich während meines Urlaubs einige Zeit. Aber heute nicht - ich will ja weiter.

Lanzarote, Fahrt nach Yaiza

Ein paar Kilometer noch bis zur Ortschaft Yaiza. Es geht nicht steil, aber beständig konstant aufwärts bis dorthin.

 

 

 

Direkt hinter den Salinas de Janubio ist das kleine Dorf La Hoya - und genau hier schwenkt die Straße exakt in Richtung Nordosten ein und und fängt an, beständig anzusteigen. Der Wind bleibt. Da muss ich jetzt durch, ein paar Kilometer lang. Mal etwas flacher, und dann wieder etwas steiler. Es geht unter der Schnellstraße hindurch und ein Stück lang direkt an den Bergen Los Ajaches zur rechten und einem riesigen und ziemlich frischen Lavafeld zur Linken entlang. Wieder mal fahre ich hier direkt an einigen Wundern dieser Welt entlang - so empfinde ich es jedenfalls immer wieder.

Und wenn ich mich dann durch diese Strecke durchgebissen habe, dann kommt eine kleine Belohnung:

 

Kurze Pause in Yaiza

 

 

 

Yaiza - ein zauberhafter Ort! Ganz froh, die Fahrt durch die Einöde hinter mich gebracht zu haben, freue ich mich immer schon auf eine kurze Pause in dem 700-Einwohner-Dorf Yaiza. Zwar gibt es immer noch die kurze, aber fiese und knacke Steigung direkt im Ort zu bewältigen (die tut nach der Strecke bis hierhin immer ein wenig weh), aber dann naht der schöne Platz vor der Kirche, direkt neben der Durchfahrtsstraße. Wie sonst auch, steuere ich ihn auch heute an, lehne mein Fahrrad an die Mauer, lasse mich auf eine Bank plumpsen und genieße die Schönheit dieses friedlichen Ortes. Zehn Minuten Pause. Und, zugegeben: Ich muss erstmal richtig Luft holen und etwas "abschwitzen" nach der Fahrt hierher. Und etwas trinken. Üblicherweise brauche ich bis Yaiza ziemlich genau eine Stunde - heute läuft es prima und ich bin nach 55 Minuten hier. Für gut 15 km Strecke - mit Gegenwind und Steigung.

Bei anderen Touren habe ich Yaiza schon ausführlicher erkundet. Und mag diesen Ort, habe ihn auch mal als Ausgangspunkt für eine schöne Wanderung auf den höchsten Berg der Los Ajaches, den "Atalaya de Femés", genommen. Aber das ist heute nicht mein Thema - Fahrradfahren ist erstmal das heutige Thema. Also wieder rauf auf den Drahtesel. Noch ein Stück geht es durch Yaiza, natürlich kommt noch einmal eine kurze, knackige Steigung, Radsportler nennen sowas "Rampe" - aber nach meiner Erholungspause ist das jetzt kein großes Problem.

Ein Problem könnte sein, dass hinter der Ortschaft die alte Landstraße endet und ich mich auf die Schnellstraße LZ-2 einordnen muss. Ist es aber nicht wirklich: Man fädelt sich über einen großen Kreisverkehr auf den Seitenstreifen der Schnellstraße. Der ist recht breit und auch auf der Schnellstraße achtet man auf Radler. Ein paar hundert Meter geht es jetzt leicht bergab - auch mal ganz schön! Auf der Schnellstraße passiere ich die Ortschaft Uga - auch hier überall strahlend weiße Häuser mit den charakteristischen grünen Türen und Fensterrahmen.

Ein wenig sorge ich mich darüber, was nun wohl kommen wird, denn: Meine Streckenplanung besagt, dass ich kurz hinter Uga nach links abbiegen muss, auf die Landstraße LZ-30. Und der Verkehr ist an diesem Montagmorgen nicht gerade wenig. Aber die Sorge ist unbegründet, alles kein Problem, rechtzeitig sehe ich, dass es wieder einen großen Kreisverkehr gibt. Diese Kreisverkehre sind schon enorm sicher!

 

Mitten durch "La Geria", die Weinregion von Lanzarote

Lanzarote, Blick auf Uga

In die Weinregion "La Geria" geht es weiterhin bergauf. Hier schauen wir auf den Ort Uga ganz am südlichen Rad der Weinregion.

 

 

 

Hinter dem Kreisverkehr bin ich also wieder runter von der Schnellstraße. Und es geht direkt nach dem Abbiegen wieder bergauf. Erstmal seicht, etwas später gerne auch mal so, dass meine "Geschwindig-keit" auf unter zehn km/h absinkt und ich immer wieder ins Schnaufen komme.

Mitten in die Weinbau-Region "La Geria" komme ich hier. Die hatte ich auch schon in den Tagen zuvor per Wanderung erkundet. Und das ist ganz gut so, denn sonst müsste ich jetzt mal für eine Weile stoppen, um mir diese merkwürdige, besondere Art des Weinbaus mal etwas näher zu betrachten. Über Kilometer sieht man überall kleine, aus vulkanischem Gestein aufgeschichtete Halbbögen, die alle jeweils eine einzige Weinpflanze umschließen, die in den sandigen, schwarzen Lavaboden eingesetzt ist. Jeweils in einer kleinen Kuhle. Welch ein Aufwand! Fast verblüffend, dass Lanzarote-Wein trotz des gewaltigen Aufwandes noch bezahlbar ist...

Zur rechten grüße ich kurz den markanten, sehr kegelförmigen und 603 m hohen Berg "Montaña de Guardilama", den ich vor ein paar Tagen bei meiner Wanderung in La Geria erstiegen hatte.

Es geht immer weiter bergauf, die Richtung der Straße verläuft nach Nordost. Aber es bringt mir einfach Spaß, durch diese verrückte, pechschwarze und wohl weltweit einmalige Landschaft zu fahren. Für das New Yorker Museum of Modern Art ist dieses Weinanbaugebiet ein "Gesamtkunstwerk". Es lohnt sich hier also auch, mal einen Stopp einzulegen, um die Umgebung etwas ausführlicher in Augenschein zu nehmen.

Das kann man allerdings auch ein Stückchen später machen, denn nach einiger Zeit kommt man in das Gebiet, in der links und rechts des Weges zahlreiche Bodegas sind. Weinstuben - hier mitten irgendwo im Nirgendwo. Links und rechts der Straße kahler schwarzer Sand, schwarzes Gestein. Und mittendrin eine etwas verstreute Ansammlung von Bodegas. Plötzlich stoße ich hier auf Touristenbusse, bisher war von Touristen auf meiner heutigen Tour noch nichts zu bemerken. Jetzt sehe ich überall Leute, die zielgenau in einzelne Bodegas gelotst werden. Sicherlich gibt's dann einen Schluck umsonst, danach die eine oder andere, nun ja, Geschäftsverhandlung - früher oder später bestimmt mit schwerer Zunge.

Lanzarote, Stopp bei einer Bodega

Ein kurzer Stopp bei einer Bodega im Weingebiet La Geria und der Blick zurück zeigt die unwirkliche Landschaft, die ich auf meiner Fahrt schon passiert habe. Und auch der große Drachenbaum beeindruckt!

 

 

 

Aber auch das ist nicht mein heutiges Ziel. Trotzdem gibt's nochmal einen kurzen Stopp. Ich muss mir einfach noch einmal dieses unwirkliche Szenario rund um diesen Ort anschauen. Der Blick nach links schlägt mich in den Bann: Kilometerlang geht es über das "Malpais", das "Schlechte Land". Und was sich dort hinten dann anschließt, ist für mich auch nach einigen Tagen auf Lanzarote immer noch nicht wirklich begreifbar: Wilde, schroffe Vulkankegel - einer neben dem anderen. Mit vielen Farben zwischen rot und schwarz, mit weit aufgerissenen Kratern und geschlossenen Kegeln. Eine für mich immer noch unbegreifliche Welt. Ich werde einfach nicht satt, mir dies anzuschauen.

 

 

 

Aber ich will noch weiter. Mein Höhenmesser zeigt hier mittlerweile 310 m Höhe an, der Kilometerzähler knapp 23 km. Die Straße geht kontinuierlich gen Nordosten - dem Wind entgegen. Immer weiter durch das Lavameer. Hin und wieder sieht man vereinzelte Höfe inmitten dieser Lavafelder, strahlend weiß wirken sie unwirklich in der pechschwarzen Umgebung. Die Orientierung fällt im Übrigen, wie auf der gesamten Insel, nicht schwer: Es gibt nicht soo viele Straßen und die Beschilderung ist immer klar und eindeutig. Meine Richtung heute heißt: Teguise, die frühere Hauptstadt der Insel Lanzarote.

Lanzarote, Masdache

Huch - eine Ampel! Mitten im menschenleer anmutenden und nicht sehr einladenden Masdache werde ich so zu einem kurzen Stopp gezwungen.

 

 

 

Dafür geht es immer weiter geradeaus. Die Landschaft gönnt mir 30-40 Höhenmeter Abfahrt und hält sich dann eine ganze Weile lang bei rund 300 m. 30 Kilometer liegen hinter mir und ich fahre auf eine größere Ansammlung weißer Flecken zu: Die Ortschaft Masdache. Viel Verlockendes entdecke ich hier nicht, vor allem Landwirtschaft scheint den Ort zu bestimmen. Vielleicht ist die Ampel hier das Spektakulärste? Denn Ampeln gibt es auf Lanzarote, außerhalb von Arrecife, kaum einmal.

Kurz danach allerdings sehe ich weit vor mir Spektakuläres: Weithin sichtbar, einige Kilometer entfernt erhebt sich strahlend weiß eine berühmte und wohl auch umstrittene Statue an der Strecke. Beim Dorf Mozaga, direkt an der Straßenkreuzung in der Nähe von San Bartolomé, steht das "Monumento Fecundidad al Campesino Lanzaroteño" (nebst angeschlossenen Museum) des berühmten Lanzaroter Künstlers César Manrique, der die Insel jahrzehntelang geprägt hat. Das "Denkmal der Fruchtbarkeit der lanzarotenischen Bauern", oder oft schlicht das "Bauernmuseum".

Lanzarote, Monumento Fecundidad al Campesino Lanzaroteno

Nein - das umwerfende Blau des Himmels habe ich nicht nachbearbeitet! Beim steilen aufwärts-fotografieren zeigt sich der Himmel in dieser Farbe.
Die Statue "Monumento Fecundidad al Campesino Lanzaroteño" aus der Nähe betrachtet.

 

 

 

Ruckzuck bin ich bei dem futuristischen Denkmal in der Inselmitte. Der tiefblaue Himmel wirkt mit diesem schneeweißen Denkmal nur umso stärker. Eine Weile treibe ich mich hier herum, das angeschlossene Museum jedoch besuche ich nicht. Schließlich will ich ja noch weiterradeln und auch noch eine Wanderung einschieben! Und die nächsten mich magisch anziehende Orte sehe ich bereits, weit vor mir: Die Stadt Teguise ist bereits sichtbar - und die gewaltige, schroffe, rund 600 m hohe Bergkette des Kliffs von Famara. Geplant ist es bisher nicht, aber, wenn ich das dort so gewaltig sehe, möchte ich dort eigentlich auch noch hin!

 

Pause in der früheren Inselhauptstadt Teguise

Also: Weiter! Immerhin ist es schon kurz vor 12 Uhr. Es geht zur Abwechslung mal eine Weile bergab - was für eine Wohltat! Das beeindruckend gewaltige Kliff von Famara kommt verblüffend zügig auf mich zu.

 

 

 

Prompt jedoch werde ich für die kleine Abfahrt über 70 Höhenmeter hinter dem Manrique-Denkmal bestraft: Um in die 1700-Einwohner- "Metropole" Teguise zu kommen, geht's wieder bergauf. Zum Teil ganz schön steil, insgesamt 100 m, ziemlich bald bin ich schon wieder heftig am schnaufen. Eine am Ortsrand mir wild und knatternd entgegen flatternde große Fahne erinnert mich nachhaltig daran, dass der Nordost-Passat ja auch noch aktiv ist, nach wie vor. Fast hätte ich ihn schon vergessen. Autofahrer spüren so etwas alles überhaupt nicht.

Ganz ehrlich: Ich bin ganz froh, als ich dann um 12:28 Uhr im Zentrum von Teguise bin. Klar ist, dass ich mir nach fast 42 km Strecke eine etwas längere Pause gönne, auch, um diesen Ort ein wenig kennen zu lernen. Der historische Hauptort der Insel, vor Seeräubern geschützt im Hinterland gelegen. Von einer hoch über der Stadt thronenden Festung, Castillo de Santa Barbara, zusätzlich beschützt.

Lanzarote, Teguise

Pause im Ortszentrum von Tequise. Ein traumhaft schöner Ort! Und leider habe ich etwas zu wenig Zeit, ihn zu genießen.

 

 

 

Und Teguise ist ein wunderschöner Ort. Man spürt die historische Bedeutung, die massive Kirche im Herz des Ortes beeindruckt. Es gibt viele verlockende Restaurants und Cafés, viel Infrastruktur für Touristen - ohne, dass Teguise auch nur annähernd überlaufen wäre. Nun ja, es ist Ende Januar und damit keine touristische Spitzenzeit. Und, vor allem: Es ist heute Montag. Und sämtliche Touristen von Lanzarote werden am Sonntag nach Teguise gekarrt, wenn der berühmte wöchentliche Markt stattfindet. Jetzt, am Montag, herrscht hier viel Ruhe.

Ja, es ist einfach so: Teguise gefällt mir - gefällt richtig gut! Aber doch, nach einer guten halben Stunde hier zieht es mich schon wieder weiter. Ich habe vorhin, bei der Anfahrt, etwas gesehen, was mich magisch anzieht. Ursprünglich hatte ich mir Teguise als heutigen Zielort der Radtour vorgestellt. Aber jetzt will ich noch ein Stück weiter. Denn ich will...

 

... rauf auf das Kliff von Famara!

Ein Blick auf die Karte weist den Weg: Ich muss Teguise zunächst in Richtung... ja: Nordosten verlassen, und von der Straße in Richtung Haría muss es nach einiger Zeit einen Weg links abbiegend geben, der auf das Kliff hinauf führt. Mein Ziel soll dort die Kirche "Ermita de las Nieves" sein. Ja, ich habe das richtig geschrieben: Die Kapelle der "Jungfrau vom Schnee". Eine "Schneekapelle" auf Lanzarote! Im Jahr 1852 soll es hier tatsächlich einmal geschneit haben. Jetzt ist zwar Januar, aber um Schnee mache ich mir heute keine Gedanken, es sind um die 23 Grad warm und ich bin in T-Shirt und kurzer Hose unterwegs. Und mit Wanderstiefeln...

 

 

 

Ich komme direkt am Castillo de Santa Barbara vorbei, das spektakulär und weithin sichtbar direkt auf einem Vulkankegel errichtet ist. Kurz danach führt tatsächlich ein breiter Schotterweg links ab - das muss der Weg hinauf zu der Schneekapelle sein. Das hier gültige Tempolimit von 20 km/h wird einstweilen kein Problem sein: Es geht zügig bergauf. Lässt sich aber mit dem Mountainbike bestens fahren. Die vulkanische Umgebung ist hier mal schwarz, mal rot, mal beige, mit ein paar grünen Flecken der Pflanzen, die versuchen, sich hier in dieser trockenen Umgebung zu etablieren.

Lanzarote, Feldweg auf das Famara Kliff

Beständig geht es hinauf auf dem Feldweg hinauf auf das Famara-Kliff.

 

 

 

Geduld und Ausdauer sind gefragt. Es geht fast pausenlos bergauf. Meist mit vier bis sieben Steigungs-prozenten. Der Blick geht beim hinauffahren immer weiter in die Ferne. Zwischendurch wird es hin und wieder mal für kurze Rampen so steil, dass ich es vorziehe, mal ein paar Meter zu schieben. Die meiste Zeit jedoch fahre ich mit acht bis zwölf Stundenkilometern Geschwindigkeit. Nach vierzig Minuten passiere ich schiebend eine kleine Militärstation. Wenige Minuten danach bin ich an der Kapelle "Ermita de las Nieves", der Schneekapelle. Und sie ist schnee-weiß, natürlich.

Puh! Das war ganz schön anstrengend! Erstmal das Fahrrad abstellen, den Helm abnehmen, etwas trinken. Ich bin hier jetzt auf 600 m über dem Meer. Und schon der erste Blick in die Runde zeigt: Das hier ist jeden einzelnen Schweißtropfen wert! Eine Landschaft, ein Ausblick vom aller-allerfeinsten! Wie heißt es doch so schön: Nichts ist so schön, wie eine selbstverdiente Aussicht. Und diese Aussicht hier habe ich mir heute förmlich im Schweiße meine Angesichts verdient. Die Aussicht ist schlicht - gewaltig!

Lanzarote, Famara Kliff

Blick von der "Schneekapelle" zum 670 m hohen "Peñas del Chache". Der höchste Punkt Lanzarotes ist öffentlich nicht zugänglich, eine militärische Radarstation belegt den Berg - leider.

 

 

 

Und - was für eine fremde Welt das hier wieder ist. Ein Stückchen vor der Kapelle geht es steil bergab. Aber so richtig steil - hunderte Meter, Mama mia! Wenn man, wie ich, ein wenig Höhenangst-geplagt ist, hält man besser einen Meter Abstand von der Kante (die aber gar nicht soo schroff abfällt, wie ich es vor Ort empfinde - sehe ich später auf meinen Fotos).

Lanzarote, Blick vom Famara Kliff

Großartige, weite Ausblicke bieten sich vom Famara-Kliff! Verblüffend wenige Leute verschlägt es an diesen Ort.

Was mich verblüfft: Kaum begegne ich hier anderen Menschen. Zwar kann man den Ort auch per Asphaltstrecke aus dem Norden gemütlich per Auto erreichen. Aber ich sehe in der Zeit, die ich hier verbringe, nur ein einziges Auto vor der Kapelle stehen. Und eine gute Handvoll Leute begegnet mir in dieser halben Stunde hier oben auf dem Famara-Kliff. Wo sind nur all die Touristen von Lanzarote? Haben die kein Interesse an Natur und Landschaft? Aber, ach, das soll mir nur recht sein. Ich finde es okay, das hier in Ruhe zu genießen.

Es ist ja schon ganz schön weit im Norden der Insel, in den ich hier geradelt bin. Und eigentlich wäre die Gelegenheit ausgesprochen gut, jetzt noch mehr vom Norden der Insel zu erkunden. Es wäre gar nicht weit bis zu dem Ort Haría, der als einer der schönsten von Lanzarote gilt. Und gerade mal 900 m sind es bis zu dem höchsten Punkt von Lanzarote, ein Katzensprung. Aber der 670 m hohe "Peñas del Chache" ist nicht frei begehbar, eine Radarstation des Militärs thront dort. Was also sollte ich dort?

Und doch: Im Nachhinein bin ich selber über mich verblüfft, dass ich die Gelegenheit einfach so verstreichen lasse, hier im Norden von Lanzarote zu radeln und zu schauen. Warum nur? Ich weiß es selbst nicht mehr so ganz richtig...

Oder doch? Mich zieht es hier auf Lanzarote einfach magisch zu den Vulkanen. Diese völlig fremdartige Welt aus Lava, Schutt, Asche, die zumeist völlig leblos wirkt - sie fasziniert mich durch und durch. Da will ich hin, jetzt gleich, und dort noch zwei, drei Stunden wandern! Ich werde diese Faszination hier auf Lanzarote nicht los und schaffe es bisher nicht, mich satt zu sehen. Also hin, zu "meinen" Vulkanen! Mal schauen, was ich dort noch so finde...

Hatte ich mich vorhin über 40 Minuten lang hier hinauf gequält? Nach der Abfahrt über den teilweise doch sehr losen Schotter - die Geschwindheitsbeschränkung von 20 km/h halte ich nicht immer ein - habe ich jetzt nach 20 Minuten bereits Teguise hinter mir gelassen. Der Blick die schnurgerade Straße hinab hinter Teguise ist so toll, dass ich mal stoppen muss, um ein Foto zu machen.

Lanzarote, Strasse hinter Teguise

Vorhin auf der Herfahrt habe ich mich hier in Richtung Teguise hinauf gequält, gegen den Wind. Jetzt heißt es: Das Fahrrad einfach rollen lassen! Damit dieser magische Moment nicht ganz so schnell vorbei ist, bremse ich das Rad allerdings beständig auf 40 km/h ab. Und ich weiß auch: Gleich geht es wieder hinauf - wenn auch nicht so steil und lang.

Eine Viertelstunde später passiere ich, jetzt ohne Stopp, wieder das Monument von César Manrique. Flott geht's mit dem Rückenwind voran, auch, wenn es etwas bergauf geht. Einstweilen bin ich auf der gleichen Strecke der Straße LZ-30 unterwegs, auf der ich gekommen bin.

Das ändert sich kurz hinter dem Ort Masdache: Dort biege ich rechts ab auf die LZ-56 in Richtung Mancha Blanca. Schade ist, dass der Rückenwind damit einstweilen futsch ist. Mitten hinein geht es in das jüngste vulkanische Gebiet von Lanzarote, mitten durch die bizarre Lavawildnis. Ganz in den streng geschützten Nationalpark Timanfaya soll es für mich heute nicht gehen - die dort mögliche Besichtigung hatte ich ein paar Tage zuvor schon gemacht und Eindrücke davon finden sich in meinem allgemeinen Reisebericht Lanazrote und ein paar größere Fotos in meiner externen Bilderserie.

Heute bin ich im vulkanischen Naturpark "Los Vulcanes" unterwegs. Kurz fahre ich noch in den Ort Tinguratón. Auf einem Parkplatz am "Montaña Tinguratón" dann stelle ich das Mountainbike ab und schließe an einem Schild an. Bis hierhin habe ich jetzt 80,2 km Wegstrecke zurück gelegt und bin dabei immerhin bisher 1146 m bergauf gefahren. An diesem Ort bin ich jetzt auf 279 m Höhe - teilt mir jedenfalls mein recht präzises GPS-Gerät mit.

Lanzarote, Via Ciclista de Lanzarote

Jaaa - sowas gefällt mir natürlich gut: "Via Ciclista de Lanzarote"! Immer wieder sieht man an den Überlandstraßen auf Lanzarote Schilder, die darauf hinweisen, dass hier Radfahrer unterwegs sind. Da wird dann gleich die Geschwindigkeit auf 50 km/h begrenzt. Okay, daran halten sich natürlich nicht alle Autofahrer - aber insgesamt ist die enorme Rücksicht auf Radfahrer für mich ungewohnt.
Und dann eignen sich diese Schilder auch noch hervorragend dazu, sein Fahrrad sicher anschließen zu können, wenn man auf eine Wanderung geht.

 

UNTERBRECHUNG DER RADTOUR: EINE WANDERUNG IM "LOS VULCANES-NATURPARK"

Nun jedoch vertrete ich mir nach dem vielen Radfahren erstmal ein wenig die Beine im Naturpark der Vulkane, ab hier geht es jetzt eine Weile also auf Schusters Rappen weiter. Den Weg gibt mir mein spezieller Wanderführer vor, der ab hier eine 10,4 km lange Schleife für die Wanderung beschreibt. Von der Zeitplanung her passt alles gut. Die Wanderung gleicht dann meist eher einem Spaziergang in beeindruckender und für meinen kleinen Geist unbegreiflicher Umgebung - hat aber auch einen absurd unsicheren, fast dramatischen Moment. Diese Wanderung beschreibe ich auf einer Extra-Seite ausführlicher, auf der ich auch ein paar andere Wanderungen auf Lanzarote kurz per Foto charakterisiere. Hier geht es also zu der Seite mit der speziellen Beschreibung der Wanderung durch die Vulkanberge bei Mancha Blanca.

 

UND ZURÜCK AUF'S RAD: JETZT ABER FIX "NACH HAUSE"

Nach der Wanderung glücklich, froh, heil und etwas erschöpft wieder zu meinem Fahrrad zurück gekehrt, will ich eigentlich nur noch "nach Hause" ins Hotel. Und das mache ich von hier aus am besten mit der Fahrt auf der Strecke direkt durch den Nationalpark Timanfaya.

Es ist zwar keine Hektik nötig, aber allzu lange trödeln sollte ich auch nicht gerade: 18:27 Uhr ist heute Sonnenuntergang, gegen 18:45 Uhr wird es tatsächlich dunkel auf Lanzarote - und dann sollte man besser nicht mehr mit einem unbeleuchteten Fahrrad hier auf den Straßen unterwegs sein. Gut zwei Stunden sind es bis dahin noch. Der Wind wird mich schieben und es wird einige Wegstrecken bergab gehen - also alles kein Problem, wenn es keine Pannen gibt.

Lanzarote, im Nationalpark

Für einen Blick in die Runde und vernünftige Fotos sollte man im Nationalpark hin und wieder mal einen kurzen Stopp einlegen. Immerhin kann ich dann auch mit mit dem Licht fotografieren - und nicht gegen das Licht.

 

 

 

Die Straße führt mitten durch das streng geschützte Gebiet des NATIONALparks (man beachte den Unterschied zu dem NATURpark, in dem ich die Wanderung unternommen hatte), das das Zentrum der sechs Jahre andauernden Vulkanausbrüche von 1730 bis 1736 war. Geologisch betrachtet ist das hier entstandene Stück Erde sozusagen noch im Säuglingsalter. Kaum hat hier bisher Verwitterung oder Erosion eingesetzt. Kaum kann hier eine Pflanze wachsen sehen. Mühsam siedeln sich Flechten an, als erste Vorboten des Lebens.

Das dritte Mal fahre ich hier jetzt diese Strecke durch den Nationalpark - und wieder denke ich: So, wie hier zu sehen, hat die Erde begonnen, vor Millionen Jahren! Mit wildem, scharfkantigem Lavagestein - wie scharfkantig das Lavagestein wirklich ist, habe ich ja gerade vorhin bei der Wanderung erfahren...

Links Vulkane und frisches Lavagestein, rechts Vulkane und frisches Lavagestein, pausenlos - und ich darf hier über perfekten Asphalt mitten hindurch rollen. Sicherlich eine der merkwürdigsten Straßen auf dem gesamten Erdball!

Ab und an muss ich mal wieder kleinere Steigungen nehmen, im zentralen Gebiet des Nationalparks gibt es auch eine Steigung "mit Biss". Aber alles rollt gut und der Wind ist jetzt mein Freund, er hat glücklicherweise nicht gedreht. Die Dromedare im Nationalpark haben wohl schon Feierabend gemacht und sind auf dem Rückweg zu ihrem Standort in Ort Uga. Sicherlich wollten auch sie noch im Hellen dort ankommen.

Lanzarote, im Nationalpark

Und noch mal ein kurzer Stopp und Blick zurück: Die Grenze des Nationalparks Timanfaya wird durch diese von dem Inselkünstler César Manrique gestalteten Tafeln markiert. Im Hintergrund die "Feuerberge" des Nationalparks Timanfaya.

 

 

 

Trotzdem mache ich kurz hinter der Dromedarstation im Nationalpark einen kurzen Stopp. Wieder einmal schlägt mich allein der Anblick der Straße in den Bann: In leichten Wellen beständig bergab verlaufend geht sie schnurgerade auf den Ort Yaiza zu, mit dem Blick auf die Berge der Los Ajaches direkt dahinter. Mitten durch das Lavameer. Ein grandioser Anblick! Und den habe ich mir schließlich selbst verdient... Wie überhaupt alle Aussichten am heutigen Tag. Und, letztendlich: Was für ein großes Vergnügen, diese Straße hinunterzurollen! Radfahren, wie im Rausch! Ich mache "oben" noch ein paar Fotos von der Straße - gegen das Licht, wieder mal. Und als ich dann kurz danach wieder auf dem Rad sitze und die Bremsen loslasse, habe ich 20 Sekunden später bereits eine Geschwindigkeit von über 40 km/h - ohne auch nur einmal in die Pedale zu treten. Zeit, doch wieder ein wenig die Bremse zu nutzen...

Schade, dass dieses Vergnügen nur für ein paar Minuten reicht. Schon bin ich wieder in Yaiza und weil ich gut in der Zeit liege, gönne ich mir hier an dem schönen Ort nochmal eine Viertelstunde Pause. 15 km Weg liegen noch vor mir, die flache, karge Ebene El Rubicon ist ja noch zu durchqueren. Mein Glück heute ist, dass der Wind mich diesmal anständig nach Playa Blanca schieben wird. Alles also kein Problem - ohne große Mühe bin ich rechtzeitig vor der Dunkelheit und dem abendlichen Büffet an meinem Hotel. Für die genau 30,6 km Weg nach der Wanderung zurück nach Playa Blanca habe ich dann doch zwei Stunden und zehn Minuten gebraucht, inklusive kurzen Stopps und Pause, musste dabei aber nur noch 206 m bergauf fahren, allerdings 480 m bergab rollen.

Lanzarote, Strasse nach Playa Blanca

Langsam kommt Playa Blanca in Sicht.
In den Alpen hat ja jeder Ort seinen "Hausberg", hier auf Lanzarote haben die Orte ihren "Hausvulkan". Der kleine Hügel da rechts neben der Straße ist also mein endgültiges Ziel der Radtour: Der zwar nur 197 m hohe, aber wegen der flachen Umgebung weithin sichtbare und gute Orientierung bietende Hausvulkan von Playa Blanca, der "Montaña Roja". Und direkt an dessen Fuß liegt meine Unterkunft - auf die ich mich mittlerweile sehr freue...

Zusammengenommen habe ich allein heute also 110,8 km geradelt, mit immerhin 1352 m Anstiegen. Gefahren teilweise wie im Rausch. Und zwischendurch eingeschoben 11,1 km Wanderung - auf eher flachem Terrain. Insgesamt ein großartiger Fahrradtag!

Beim abendlichen Buffet im Hotel ergibt sich immer wieder mal eine nette Plauderei mit meinen Tischnachbarn, so auch heute. Da komme ich vor lauter beeindrucken Schilderungen meiner Nachbarn zwar niemals dazu, zu erläutern, was ich tagsüber so treibe und erkunde, woran ich Freude habe und was mir gefällt. Mein Hauptgedanke jedoch beim abendlichen Essen: Ich muss dringend meine Energiereserven wieder auffüllen, morgen steht die nächste Tour an! Und ich frage mich doch immer wieder mal: Was denken meine Tischnachbarn wohl darüber, dass ich hier Abend für Abend wie ein Scheunendrescher esse?

Aber, ach - eigentlich ist das auch ganz egal! Bei den tollen Dingen, die sie im Auto sitzend erlebt haben, können sie sicherlich auch gar keinen Blick dafür haben, was ich hier und ansonsten so mache. Macht aber auch nix!     Nicht verraten habe ich den Tischnachbarn allerdings auch, dass ich direkt nach dem Abendbuffet auch heute, wie eigentlich jeden Tag, noch den Kilometer runter zu dem zwar künstlich angelegten, aber schönen Strand an der Promenade von Playa Blanca gehe, mir dort noch viel Wasser zu trinken kaufe - und auch noch ein großes Eis. Schließlich will ich mir am morgigen Tag ja auch wieder andere, neue Aussichten selbst verdienen!

Und mit diesem Eis in der Hand setze ich mich dann in den Sand - es ist ein lauer Sommerabend im Januar, eine leichte Jacke ist abends dann angenehm, reicht aber auch völlig. Selten nur teile ich den Strand zu dieser Zeit mit anderen - und dann lasse die Eindrücke des Tages noch mal Revue passieren. Schaue über das Meer hinüber zu den so nah wirkenden, glänzenden Lichtern der Insel Fuerteventura.

Und bin - einfach glücklich.

 

UND SONSTIGE TOUREN AUF LANZAROTE?
  ENTLANG DER WESTKÜSTE.

Und wenn ich noch ein wenig über andere Radtouren auf Lanzarote nachdenke, ach - da fällt mir natürlich als erstes die Westküste der Insel ein! Um diese spektakuläre Küste zu erkunden, dafür war der Ort Playa Blanca nahezu perfekt. Dementsprechend bin ich einige Male mit dem geländegängigen Mountainbike dort unterwegs gewesen, denn: Von Playa Blanca aus führt keine Straße an der Küste entlang. Nur ein mal mehr, mal weniger breiter und hoppeliger Feldweg. Über etwa 10 km Länge und selbst für ungeübte Mountainbiker, wie mich, einfach zu befahren. Und, natürlich, führt auch meine Abschlusstour am letzten Tag meines Aufenthalts auf Lanzarote an dieser schönen Küste entlang - von dieser Tour stammt der Eintrag auf der Google-Maps-Karte unten auf dieser Seite.

Belohnt wird man immer wieder mit sensationellen und spektakulären Ausblicken auf die Küste. Diese ist aus erstarrter, schwarzer Lava, schroff und wild, eine Steilküste von 15-30 Metern Höhe. Und der Atlantik rauscht beständig dagegen, nagt an dem Land. Auch ohne einen Sturm mit besonders hohem Wellengang ist das immer eine spektakuläre Szenerie. Das Wasser klatscht gegen die Felsen, die Gischt spritzt mal zehn, mal 20, mal 30 m in die Höhe - zuweilen wird man nass oben auf den Felsen in diesem Breitwandkino. Einer meiner absoluten Lieblingsorte auf Lanzarote - und gerade auch per Mountainbike perfekt zu erkunden. Eine Auto würde da kaum mal helfen.

Das heißt übersetzt: Es sind auch dort nur wenige Menschen unterwegs. Alles, was man nicht gut per Auto erreichen kann auf Lanzarote, hat man als Tourist weitgehend für sich selber. So auch dieses grandiose Breitwandkino an der Westküste.

Lanzarote, Brandung an der Westküste

Und immer wieder begeistert mich die tosende Brandung an der Westküste - die im Abendlich auch mal direkt vor meiner Nase kleine Regenbögen produziert.

Die Fahrstrecken in diesem Bereich sind bei mir immer eher aus kümmerlichen Stückchen zusammengesetzte Touren. Etwa alle paar 100 m gibt's einen Stopp. Die neue Perspektive auf die "Erstarrte-Lava-Tosendes-Wasser-Mischung" muss erstmal erfasst werden. Ist sie toll - steige ich ab. Lege das Fahrrad einfach hin - und staune über das sich immer wieder vor mir auftuende Wunder dieser Welt. Laufe hin und her, kraxel vielleicht mal ein wenig hinab.

Einmal jedoch fährt mir dabei der Schreck gewaltig in die Glieder! Nach einer ausgiebigen Fototour und einigem hin- und hergehen - finde ich mein Fahrrad nicht wieder! Nein, an einen Dieb denke ich keine Sekunde, es ist kein Mensch weit und breit zu sehen. Aber ich war wohl etwas arg achtlos beim Ablegen des Rades - irgendwo hier mitten in dem Gesteinsfeld, das sich über Kilometer vor mir ausbreitet. So weit weg kann das Rad nicht sein, aber ich kann es einfach nicht sehen! Ich habe mein Miet-Fahrrad also im wahrsten Sinne des Wortes "verlegt".

Zunächst noch leicht amüsiert über meine eigene Schusseligkeit, packt mich nach fünf, sechs, sieben Minuten Suche langsam die Hektik. Okay - ich bin hier acht bis zehn Kilometer von Playa Blanca entfernt und es dauert noch eineinhalb Stunden, bis es dunkel wird - ich käme also noch nach Hause. Aber in Gedanken formuliere ich schon die ersten Sätze, wie ich dem Fahrradverleih erkläre, dass ich das Rad schlicht verloren habe, es im Gebiet von El Rubicon einfach nicht mehr wiederfinden konnte.

Lanzarote, Fahrrad wiedergefunden

Na also - da liegt es doch! Eigentlich gar nicht soo unauffällig! Aber von der linken Seite kommend und aus 100 m Entfernung schlicht unsichtbar (wie vom Bild darüber aufgenommen)).

Aber gut, nach einigen Minuten finde ich das Rad dann doch wieder. Eigentlich war es gar nicht so unauffällig abgelegt, nur in dieser Steinwüste aus rund 100 m Entfernung nicht mehr zu erkennen. Aber ich bin doch sehr erleichtert, achte zukünftig darauf, es möglicht auffällig direkt auf den Weg zu legen und meinen Helm an den oberen Griff zu hängen - eine gute Landmarke in der flachen Gegend.

So kann ich mich in Ruhe wieder dem eigentlichen Ziel dieser Touren zuwenden: Schwarze Lava und Blaues Meer, gerne in der orangenen Abendsonne...

Lanzarote, Fahrrad Schattenbild

In dieser Gegend von Lanzarote ist man meist so allein, dass man schon etwas sonderbar wird und anfängt, seinem Schattenbild zuzuwinken.

 

DIE SENSATIONELLE KÜSTENSTRASSE NACH EL GOLFO

Und noch auf eine kurze, aber wunderschöne Straße weise ich hin: Die Küstenstraße an der Westküste vom Playa de Janubio über das Dörfchen La Hoya in der Ebene El Rubicon bis nach El Golfo. Nur ein paar Kilometer lang ist diese Straße. Aber sie schlägt mich so sehr in den Bann, dass ich auch mal ein dutzend Kilometer Umweg in Kauf nehme, allein nur, um dieses Stück perfekter Asphaltstrecke mit seinen phantastischen Ausblicken entlang zu radeln. Auch hier halte ich alle paar hundert Meter an, um die Aussicht zu genießen.

Besonders toll ist es übrigens, dem Mountainbike sei Dank, wenn man auf dieser Tour direkt am südlichen Ende des Strands von Janubio startet und die bekannten "Salinas de Janubio" einmal quasi umrundet. Mit diesem Startpunkt ist die Tour unten auf der Google-Maps-Karte angezeigt.

Lanzarote, Küstenstraße Westküste

Eine wunderschöne Straße direkt an der schroffen Westküste entlang: Von den "Salinas de Janubio" bis zum Vulkan von El Golfo.

Und, immerhin: Das können hier auch die Autofahrer. Alle naslang gibt es hier kleine, asphaltierte Parkbuchten. Eine aufregend schöne Straße mit direktem Blick auf das Meer. Man fährt durch das recht frische Lavameer der Eruptionen von 1730 bis 1736, am Wegesrand wird man ständig von erstarrten Lavabrocken begleitet. Den Blick auf das tosende Meer hat man fast ständig. Kommt man von Süden herangefahren, so hat man am Horizont ständigen Blick auf Vulkankegel in verschiedensten Formen und Farben.

Trotz der Kürze der Strecke gibt es einige Höhepunkte auf dem Weg. Das fängt schon kurz nach der Abzweigung in La Hoya an: Man hat einen großartigen Blick auf die Salinas de Janubio, die große Meerwasser-Salzverdunstungsanlage. Es gibt dort eine Einkehrmöglichkeit mit großem Parkplatz. Auch ein Stückchen weiter ist ein großer Parkplatz, von dem man direkt an meinen persönlichen Lieblingsstrand auf Lanzarote, den Playa de Janubio, gelangen kann - und schöne Blicke auf die Westküste hat.

Lanzarote, Grotten Los Hervideros

Eine kleine Touristenattraktion sind die Grotten von "Los Hervideros" direkt neben der Küstenstraße.

Radelt man etwa zwei Kilometer gen Norden weiter, dann kommt man zu dem Punkt "Los Hervideros". Hier haben sich durch die Meeresbrandung Grotten in dem Lavagestein gebildet. Diese sind zwar nicht begehbar, aber man hat tolle Blicke. Hier kommen recht viele Leute her: Eine kleine Touristenattraktion.

Noch ein Stückchen weiter, direkt bei dem leuchtend roten Vulkankegel, lädt noch ein großer Strand zur Pause ein. Ob man hier baden kann... weiß ich nicht so recht. Ich wäre da vorsichtig. Na, jedenfalls konnte ich amüsiert beobachten, dass man hier von der Brandung leicht überrascht werden und seine Schuhe Und Hose wunderbar baden kann.

Und doch: Das für mich eigentliche Ereignis ist die diese Straße selbst. Der eigentliche Höhepunkt steht jedoch noch bevor: Man fährt auf eine absurd schroffe Abbruchkante eines Vulkankraters zu, die Straße wird scharf nach rechts verschwenkt. Auf etwa zwei Kilometer Länge umfährt man den teilweise im Meer versunkenen Vulkan, direkt an dessen Flanken entlang, rast zum Schluss 55 steile Höhenmeter hinab (diese muss man später dann allerdings auch wieder hinauf, da nur dieser Weg zu diesem Ort führt!) und landet in dem Dorf El Golfo. Für mich der schönste Küstenort auf Lanzarote: Sehr ursprünglich, und doch mit etwas touristischer Infrastruktur. Viele kleine Restaurants direkt am Meer laden zum Fischessen ein. Es stört im Dorf selber gar nicht so sehr, dass Busse voller Touristen herangekarrt werden, die den halb versunkenen Vulkankegel besichtigen. Das allerdings sollte man selber auch auf jeden Fall tun, dieser schillert in allen möglichen Farben und Formen. Eine der vulkanischen Hauptsehenswürdigkeiten auf Lanzarote.

Lanzarote, Blick auf den Küstenort El Golfo

Wunderbar gelegen ist der kleine Küstenort El Golfo - eine kleine Perle von Lanzarote.

Lanzarote, Steiler Ausfahrt von El Golfo

Als Fahrradfahrer quält man sich an der Ortsausfahrt von El Golfo ein paar Minuten lang ziemlich, um hier hinauf zu kommen.

Das dicke Ende kommt dann jedoch unweigerlich: die 55 Höhenmeter aus El Golfo hinaus. Mit ziemlicher Anstrengung schaffe ich es auf fünf bis acht Stundenkilometer auf dieser Steigung. Irgendwann ist die dann aber auch vorbei, und Autofahrer merken dies wohl gar nicht. Insgesamt ein traumhaft schön Stück Wegstrecke! Ansonsten ohne erwähnenswerte Steigungen und mit dem üblichen, guten Asphalt für jeden Radler leicht zu fahren - wenn man mal von der Steigungsstrecke aus El Golfo heraus mal absieht, aber eigentlich könnte man dieses Stückchen auch schieben.

Es gäbe noch viele kleine Strecken, die ich empfehlen könnte, z.B. auf den Feldwegen in dem Gebiet der Papagayo-Strände und der Los Ajaches-Bergzügen im äußersten Südosten der Insel. Aber, ach, eigentlich muss man diese Insel selber erkunden. Und ich denke, dass die Nutzung des Fahrrads ideal für eine Insel wie Lanzarote ist. Man huscht nicht an Dingen vorbei und hat trotzdem die Möglichkeit, große Bereiche der Insel in Ruhe zu erkunden. Und perfekt wird dies, wenn man hier und da mal ein paar Stunden Wandern einschiebt. Radeln und Wandern auf Lanzarote - auch im Januar eine tolle Kombination!

 

Eine allgemeine Beschreibung meiner Eindrücke von der Insel Lanzarote, ohne den Schwerpunkt Fahrradfahren, findet sich hier in meinem Reisebericht.

 

Zu den Wanderungen auf Lanzarote habe ich eine Extra-Seite erstellt, zu der es hier geht.

 

Und zu der externen Bilderserie mit 98 anderen, großformatigen Bildern von meinem Aufenthalt auf Lanzarote geht es hier.

 

 

 

 

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Dirk Matzen

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